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Kieler Woche     20. - 28. Juni 2009
Preisträger zeichnet Erfolg und Verantwortung aus 

Erster großer Höhepunkt zum Auftakt der Kieler Woche: Wirtschafts-Nobelpreisträger Edmund S. Phelps, EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes und SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp sind am Sonntag mit dem Weltwirtschaftlichen Preis ausgezeichnet worden. Vor 300 Gästen hielt Volker Herres, NDR-Programmdirektor Fernsehen, die Festrede.

Hochkarätige Preisverleihung: IfW-Präsident Snower, Preisträger Phelps, Oberbürgermeisterin Volquartz, Preisträgerin Kroes, Preisträger Hopp, IHK-Vize Driftmann, NDR-Programmdirektor Herres und Ministerpräsident Carstensen
Hochkarätige Preisverleihung: IfW-Präsident Snower, Preisträger Phelps, Oberbürgermeisterin Volquartz, Preisträgerin Kroes, Preisträger Hopp, IHK-Vize Driftmann, NDR-Programmdirektor Herres und Ministerpräsident Carstensen (v.l.)

Mit der Ehrung der drei Persönlichkeiten vergaben das Institut für Weltwirtschaft (IfW), die Landeshauptstadt Kiel und die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein zum vierten Mal den Weltwirtschaftlichen Preis. Obwohl also noch jung an Jahren, hat die Verleihung längst lange Tradition. So scheint es zumindest: Herausragende Preisträger, die immer auch persönlich zur Verleihung anreisen. Dazu hochkarätige Gäste, die - wie etwa Porsche-Vorstandsvorsitzender Wendelin Wiedeking - jedes Jahr wieder in Kiel mit dabei sind. Ganz klar also: Die Preisverleihung ist, wie Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz sagte, ein „strahlender Höhepunkt“ der gerade einmal zwei Tage jungen Festwoche. Und: „Der Preis passt mit seiner positiven Betrachtung der Globalisierung optimal in das welt- und systemöffnende Profil der Kieler Woche.“

Zum vierten Mal verliehen: der Weltwirtschaftliche Preis

Zum vierten Mal verliehen: der Weltwirtschaftliche Preis

Die Auszeichnung, hob Prof. Dennis J. Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, hervor, solle dazu anregen, das kreative Potenzial der Globalisierung zu nutzen und nicht nur wirtschaftliches Wachstum, sondern auch soziale Gerechtigkeit zu schaffen. „Unsere drei Preisträger sind Wegweiser zu einer produktiven Einstellung gegenüber den Herausforderungen unserer globalisierten Welt“, so Snower.

Natürlich ziere der Preis die Ausgezeichneten. „Aber er strahlt auch auf diejenigen, die ihn verleihen“, betonte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. Und auch Prof. Hans Heinrich Driftmann, Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein, unterstrich: „Der Preis steigert als eminent wichtiger Baustein die Qualität der Kieler Woche.“

Volker Herres ging in seiner Festrede auf die besondere Verantwortung der Medien ein. Noch immer würde die Globalisierung von vielen Menschen als Bedrohung gesehen. Unter anderem deshalb, weil die oft komplizierten wirtschaftlichen Abläufe nicht immer medial vermittelbar seien. „Hier klafft eine Lücke“, sagte Herres, „die Chancen der Globalisierung müssen besser herausgearbeitet werden.“ Dabei würden die an die Medien gestellten Anforderungen in Zukunft noch steigen: „Medien haben eine Verantwortung für die Qualität von Öffentlichkeit. Diese Verantwortung wird in einer globalisierten Welt nicht weniger.“

Hat durch die jährliche Preisverleihung weiter an Renommee gewonnen: das Institut für Weltwirtschaft an der Kieler Innenförde
Hat durch die jährliche Preisverleihung weiter an Renommee gewonnen: das Institut für Weltwirtschaft an der Kieler Innenförde

Snower hob in seiner Laudatio die herausragenden Leistungen der Preisträger hervor: Die Arbeiten von Edmund Phelps, Preisträger in der Kategorie Wissenschaft, seien in höchstem Maße politikrelevant und hätten tiefe Spuren in der praktischen Finanz- und Wirtschaftspolitik vieler Länder hinterlassen. „Ihnen war es immer wichtig, dass Ökonomen und Politiker bei der Analyse und Gestaltung von Wirtschaftspolitik niemals den Faktor Mensch aus den Augen verlieren. Gleichzeitig haben Sie immer wieder darauf hingewiesen, dass erfolgreiche Volkswirtschaften dynamisches Handeln aller wirtschaftlichen Akteure benötigen und dass der Schlüssel dazu Veränderungswille, Mut und die Freude am Problemlösen, mit einem Wort: Ehrgeiz, ist“, sagte Snower.

Neelie Kroes, Preisträgerin in der Kategorie Politik, habe in den vergangenen Jahren einen enormen Beitrag zum Entstehen einer wirtschaftlichen Dynamik in der EU geleistet. „Als EU-Wettbewerbskommissarin hat sie stets die Marktmacht großer Unternehmen eingeschränkt und gegen Missbrauch dieser Macht gekämpft. Dadurch hat sie den europäischen Verbrauchern einen riesigen Dienst erwiesen“, sagte Snower.

Dietmar Hopp, Preisträger in der Kategorie Wirtschaft, hob Snower hervor, habe der Welt gezeigt, welche Auswirkungen unternehmerische Kreativität in einem hart und mächtig umkämpften Markt haben könne. „Sein kreatives Streben, seine Fähigkeit, zentrale Unternehmensbedürfnisse zu befriedigen und sein Geist der Risikobereitschaft und Eigenverantwortung machten es möglich, einen 5-Personen-Betrieb innerhalb von 25 Jahren in den drittgrößten Software-Konzern der Welt mit 50.000 Mitarbeitern zu verwandeln.“ Darüber hinaus würde Hopp mit seiner Stiftung wichtige öffentliche Güter fördern. „Sein Lebensweg zeigt uns, dass kluges unternehmerisches Handeln durchaus mit einem tatkräftigen sozialen Gewissen vereinbar ist“, sagte Snower. 

Durch klugen wirtschaftspolitischen Rat, konsequentes Eintreten für den Wettbewerb und tatkräftiges unternehmerisches Handeln im Verbund mit ausgeprägtem gemeinnützigen Engagement habe jeder der Preisträger auf seine Art überzeugend vorgelebt, wie eine Synthese aus wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung gelingen könne.

Mehr zu den einzelnen Preisträgern lesen Sie hier 

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